Die Story

> VIER GEWINNT hat vom 13. bis 17.04.2020 live stattgefunden.

 

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> FAQ


 

Ivo ist auf der Reise. Er kennt es gar nicht mehr anders. Nachdem er sich vor Jahren mit seinem Vater überworfen hat fand er Unterschlupf bei der jungen Geistlerin. Die junge Geistlerin - selbst bereits jenseits der 60 - betreibt eine Geisterbahn auf dem fahrenden Jahrmarkt, die sie vor vielen Jahren von ihrer Mutter, der alten Geistlerin, übernommen hat. Da das Geschäft nicht mehr all zu viel abwirft, ist Ivo der einzige Mitarbeiter in der Geisterbahn. Während die alte Geistlerin an der Kassa sitzt, kümmert er sich um den Rest: Fahrchips abnehmen, Ein- und Ausstieg - von Zeit zu Zeit spielt Ivo auch einmal ein Gespenst in der Bahn. Er haust in einem alten Wohnwagen, aber er hat einen Weg gefunden sich seinen harten und kargen Alltag zu versüßen. Gut aussehend, jung und als Kind des fahrenden Volkes mit der Aura des Verwegenen gesegnet findet er großen Anklang in der Frauenwelt und er weiß dies auch zu seinem Vorteil zu nutzen. Die Rolle des „Beschützers“ für Damen, die sich in der Geisterbahn „fürchten“ tut das übrige und Ivo hat in der Regel leichtes Spiel. In jeder Stadt, in welcher der fahrende Jahrmarkt Station macht, kommt Ivo auf seine Kosten. Da er nie lange am selben Ort ist, kann er sein Spiel ohne große Probleme ungestört fortsetzen. Mag er auch da und dort gebrochene Herzen hinterlassen, so bereitet ihm das keine großen Sorgen, geht er doch davon aus, dass die Frauen wissen müssen, worauf sie sich bei ihm einlassen. Und die, bei denen das anders ist, sieht er ohnedies nie wieder.

Er hat sich deshalb keine Gedanken gemacht, als er in Ried, bei der vorletzten Station, beim Abbau einen Zettel am Kassenhäuschen gefunden hat auf dem stand: „Ich brauch dich unbedingt“. Als auch bei der nächsten Station in Wels nach den Spieltagen ein Zettel auftauchte, ist ihm nicht aufgefallen, dass der Text („Noch einmal kommst du mir noch davon!!!“) in der selben Handschrift verfasst wurde wie der erste. Als nun in Linz am letzten Spieltag ein Zettel mit dem Text „in Enns erwisch ich dich - und dann bist du DRAN“ für ihn auftaucht, beginnt Ivo zu verstehen, dass jemand hinter ihm her ist. Offenbar ist eine seiner Gespielinnen nun nicht mehr bereit ihn einfach weiterziehen zu lassen. Aber wer könnte es sein? Es sind schlicht zu viele gewesen in den letzten Jahren. Da waren auch welche dabei, die nicht besonders rational reagiert haben, als sie gemerkt haben, dass sie nicht die einzige sind, die Ivos Wohnwagen von innen gesehen haben. Und beim Abservieren hat Ivo auch nicht immer Fingerspitzengefühl bewiesen. Muss er sich bei Ankunft in Enns vor der Rache eines gebrochenen Herzens fürchten?

Ivo bleibt nicht mehr viel Zeit: es ist Ostermontag, der letzten Spieltag in Linz. Morgen beginnt der Abbau, am Mittwoch wird übergesetzt, danach aufgebaut und am Freitag beginnt die Spielzeit in Enns. Ivo hat einen Plan: er gründet eine Facebook-Gruppe mit dem Namen #IVOisSORRY. Er will versuchen sich bei allen Frauen, die er über die Jahre verletzt hat zu entschuldigen und hofft dabei vielleicht auch die Stalkerin zu besänftigen. Oder zumindest vor seiner Ankunft in Enns herauszufinden, wer ihm die Nachrichten zukommen hat lassen. Aber wie soll er alle Verflossenen finden? Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, Freundschaftsanfragen all seiner Abenteuer abzulehnen und zu löschen, um ihnen möglichst keine Chance zu geben mit ihm in Kontakt zu bleiben.

Helfen könnte ihm aber der Zuckerl-Franzi. Dieses Faktotum des Jahrmarktes, gebürtiger Name Leopold Kleintreppner, ist für den Süßigkeiten-Stand gleichen Namens verantwortlich, der immer gegenüber der Geisterbahn platziert wird. Und der Zuckerl-Franzi scheint zum einem immer ein wenig mehr als alle zu wissen (er ist nämlich ein ziemlicher Plauderer) und vor allem aber wird ihm nachgesagt, ein Faible für junge Mädels zu haben. Er könnte beobachtet haben, wer die Zettel hinterlegt hat. Aufgefallen ist dem Zuckerl-Franzi nichts konkretes, aber es stellt sich heraus, dass er trotzdem weiterhelfen kann, er hat nämlich ein ungewöhnliches Hobby: er macht gerne Fotos von den Frauen die sich vor der Geisterbahn herumtreiben und sammelt die Bilder auf seinem Instagram-Account. Mit den Fotos könnte Ivo und seine Gruppe versuchen die Stalkerin zu finden.

Und tatsächlich: sie kommen der Verfasserin der Nachrichten auf die Spur, aber es ist alles anders als gedacht: ihr Name ist Klara Kenntner, sie ist Investigativ-Journalistin und will dringend mit Ivo sprechen. Sie recherchiert nämlich um die Machenschaften des Jahrmarkt-Kaisers Otto Grossleitner aufzudecken. Grossleitners Familie kontrolliert seit Generationen den Jahrmarkt, vergibt die Stellplätze, teilt das Personal für Auf- und Abbauten zu, vermittelt zwischen Schaustellern und Behörden und sorgt nach eigenem Empfinden für Recht und Ordnung in der abgeschotteten Welt des fahrenden Volkes. Er führt - so wie bereits sein Großvater (bekannt als „Der Ur-Otto“) und Vater (genannt „Der Junior“) - ein hartes Regime, aber niemand scheint seiner Macht etwas anhaben zu können. Von allen auf dem Jahrmarkt wird Grossleitner nur „Quattro“ genannt. Der Spitzname kommt nicht nur von seiner Vorliebe für das Audi-Modell des gleichen Namens, sondern dem Vernehmen nach auch ist er entstanden, da Quattro regelmäßig ein Viertel der Schaustellereinnahmen für seinen „Schutz“ einfordert - „wenn der Quattro vorfährt, fährt ein Quattro weg“ ist zum geflügelten Wort unter den Schaustellern geworden. Ähnlich der Mafia gilt auch in der Welt der Schausteller Außenstehenden gegenüber das Gesetz des Schweigens und seine offenbar exzellenten Verbindungen zu allen Behörden tun ein übriges, dass niemand wagt, mit Kenntner über Grossleitner zu sprechen.

Klara hofft aber, von Ivo Informationen zu bekommen. Ihrer Einschätzung zu Folge hat Ivo kaum etwas zu verlieren: er besitzt kein Fahrgeschäft und hat auch keine Aussicht je eines zu bekommen, zudem ist er jung und fristet in der Geisterbahn materiell ein kümmerliches Dasein. Und da Ivo ja offenkundig für weibliche Reize empfänglich ist, hofft sie ihn auf diese Art zum Auspacken bewegen zu können.

Als Ivo erfährt, dass die vermeintliche Stalkerin „nur“ eine Journalistin ist, ist er zwar erleichtert, trotzdem will er nicht auspacken. Er fühlt sich trotz allem an die Regel der Schausteller-Omerta gebunden und will sein Gewerbe für Außenstehende nicht öffnen. Erst als Klara Ivo darauf anspricht, „was Quattro mit dem Zucker-Franzi gemacht hat“ beginnt er zu grübeln. Es stellt sich nämlich heraus, dass der Süßigkeiten-Stand nur ein Trostbrot und Ausgedinge für den alten Mann ist. Er war einst der letzte der bereit war gegen die Grossleitners aufzubegehren. Er wollte die Schausteller gegen das Mafia-Regime organisieren. Nachdem er glaubte mehrere andere Schausteller-Familien von der Erneuerung überzeugen konnte, wurde er von Quattro systematisch ruiniert und verlor alles. Zu guter Letzt wurde er als letzte Warnung von Quattro und seinen Schergen zwangstätowiert, um so für alle eine Zeichen zu setzen, Quattros Macht zu akzeptieren.

 

Ivo ist schließlich bereit Klara zu helfen - aber wie? Was er kann er tun um Klaras Recherchen zu unterstützen? Klara schlägt vor, das Ivo versuchen soll die junge Geistlerin über Quattro zu befragen, aber Ivo zögert. Immerhin hat sie ihm einst aufgenommen als er von seiner Familie verstoßen wurde und es ist ihm offenbar unangenehm sie damit zu konfrontieren. Sie ist mit ihrer kleinen Geisterbahn zudem besonders von Quattros Wohlwollen abhängig: wenn er beschließt ihr einen schlechteren Standplatz zu geben verliert sie alles und auch der Auf- und Abbau des Fahrgeschäfts wäre dann nicht mehr zu bewerkstelligen. Dieser ist immer nur möglich, weil Quattro ihr dafür als Unterstützung seinen Arbeiter überlässt. Ivo beschließt daher zuerst mit dem Zuckerl-Franzi zu sprechen.

Im Austausch mit Ivo sagt der, dass Quattro natürlich Dreck am Stecken hat, das können ja jeder sehen, der Augen habe. Aber gegen seine Rolle als Pate des Jahrmarktes wird man kaum etwas tun können - so etwas hat es immer gegeben und wird es immer geben. So funktioniert das System Jahrmarkt und das fahrende Volk will einen Anführer. Und je krimineller der ist desto weniger falle auf, dass auch alle anderen Dreck am Stecken habe. Aber wenn man Quattro wirklich etwas anhaben wolle, müsse man das Spiel beenden. Wer die 4 macht, macht das Spiel. Und wer das Spiel hat, der hat Quattros macht. Folge der 4…

Ivo berichtet Klara, was die Information bedeuten könnte. Um Quattro auf die Spur kommen zu können, überwindet sich Ivo, doch auch die junge Geistlerin zu befragen. Anders als bisher beginnt die Geistlerin zu erzählen. Von Quattro und dessen Vater Junior, von den gemeinsamen Wanderungen der beiden und auch vom tragischen Wanderunfall, bei dem Junior ums Leben gekommen ist. Ungewollt, gibt sie Ivo sogar den wesentlichen Tipp, wie er an Quattros Unterlagen kommen könnte, in dem sie Ivo indirekt auf dessen digitalen Ablage aufmerksam macht. Daneben hat Ivo versucht, auch den Zuckerl-Franzi noch einmal zu dem Thema zu befragen. Ivo teilt Franzis Antworten mit der Gruppe, wobei sich später herausstellt, Ivo einen Teil seiner Kommunikation mit Kleintreppner für sich behalten wollte. Erst als Klara den ganzen Whatsapp-Chat bei eine, tete á tete mit Ivo auf dessen Handy entdeckt, teilt sie den ganzen Chat mit den anderen.

 
Klara recherchiert indessen zu VIER GEWINNT und findet heraus, dass es sich dabei um ein Halbwelt-Kartenspiel handelt, das gewisse Ähnlichkeiten zu Stoß aufweist. Sie postet einen entsprechenden Artikel aus einem alten Lexikon. Es wird offenkundig: Quattros macht liegt in einem von ihm betriebenen illegalen Glücksspiel-Ring. Nachdem Quattros Ablage geknackt wurde stellt sich auch heraus, dass auch der Landeshauptmann in die Sache involviert ist.

Der Landeshauptmann Franz Sühss - im Volksmund auch „Zucker-Franzi“ genannt - ist nämlich spielsüchtig und hat hohe Schulden bei Quattro. Da er zudem seine Schulden bei Quattro mit dem Landeskatastrophenfond besichert hat, ist er so erpressbar, dass Quattro nichts zu befürchten hat - er genießt Schutz von höchster Stelle. Allerdings wird auch Sühss auf die Aktivitäten von Kenntner aufmerksam und fragt deshalb bei Quattro nach, ob er „die Sache im Griff habe“. Quattro aber, im Glauben dass man ihm ohnedies nichts anhaben könne, fühlt sich nach wie vor als Herr der Lage und denkt, dass Sühss nur von seinen Schulden ablenken will. Klara hingegen wittert den Coup ihres Lebens, und sie will alles daran setzen, die Machenschaften aufzudecken, um den korrupten Sühss so zur Rechenschaft zu ziehen.

Aber auch Ivo erkennt plötzlich seine Chance, und die hat es in sich: er ist nämlich der Sohn von Otto “Quattro” Grossleitner III. (sein Rufnahme Ivo ist ein Akronym für „der IV. Otto“). Er wollte nie wie sein Vater werden und er fand seinerzeit deshalb bei der Geistlerin Aufnahme, weil nur so verhindert werden konnte, dass der Konflikt zwischen ihm und seinem Vater weiter eskaliert. Die Geistlerin wiederum sah in Ivo viel mehr als sein Vater: während Quattro immer bemängelt hat, dass „der Bub viel zu verweichlicht“ sei, hat die Geistlerin erkannt, dass Ivos Sensibilität und Empathie seine wahre Stärke sei. Und da sie sich selbst - um als Frau am harten Pflaster der Schaustellerei bestehen zu können - nach Außen hin hart und unnahbar gegeben hat, sah sie in Ivo jemanden, der ein neuer Typ Anführer werden könnte - wenn die Zeit dafür reif ist. Sie ist allerdings überzeugt, dass es dafür noch zu früh ist und dass Ivo noch Zeit braucht um zu wachsen und sich zu entwickeln. Deshalb beobachtet sie Klaras Treiben mit Argusaugen. Und nachdem sich auch der Hauch einer amour fou zwischen Klara und Ivo zu entwickeln scheint, ist sie voll der Sorge, dass nicht nur die Welt des Jahrmarktes ob der Recherchen von Klara in Gefahr ist, sondern dass auch Ivo noch nicht bereit ist für seine neue Rolle.

Ivo aber ist wild entschlossen die plötzliche Chance zu nutzen und dreht den Spieß um: hat Klara ihn anfangs als eher schlichtes Gemüt betrachtet, dass sie für ihre Recherchen einspannen kann, bemerkt er, dass auch sie für seinen Charme empfänglich ist. Er lässt sie im Glauben, dass er die Dimension der Sache nicht erkennt und beginnt sie auszuhorchen. Und er bekommt was er braucht: Zugang zu Quattros Glücksspielring und vor allem zum Material das den Landeshauptmann belastet. Aber Ivo versteht besser als alle anderen wie man dieses Material nun ausspielen kann. Während es scheint, als sei vor allem der Landeshauptmann Quattro durch die Schuldscheine ausgeliefert, denkt Ivo das Szenario einen Schritt weiter. Wenn Sühss nämlich über die Affäre stolpert, fällt auch die schützende Hand über Quattro weg. Und mehr als seine Schulden fürchtet der Landeshauptmann um seine Reputation. Während Klara den Landeshauptmann durch die Enthüllungen nach den Regeln des politischen Betriebs unschädlich machen will, in dem sie - á la bande - auf Quattro zielt um Sühss zu treffen, dreht Ivo den Spieß in die andere Richtung: er macht Sühss klar, dass Quattro die Sache eben nicht mehr Griff hat und dass es eben nicht mehr sicher ist, dass Quattro Sühss vor Enthüllungen schützen kann - die Macht des Paten reicht für Sühss nicht mehr aus. Ivo stellt Sühss vor die Wahl: hilf mir Quattro zu stürzen und ich ermögliche dir einen Rückzug in Ehren. Sühss erkennt seine Chance: er setzt Quattro unter Druck, indem er sich selbst aus dem Spiel nimmt - ohne Angst vor Erpressung keine Drohkulisse mehr; ohne Drohkulisse kein Schutz mehr. Und so schafft Ivo was ihm niemand zugetraut hat: er lässt Klara in dem Glauben, dass ihre Story lanciert wurde, während er selbst sein Blatt perfekt ausgespielt hat. Am Freitag um 20Uhr besiegeln die Nachrichten das Schicksal aller Beteiligten:

 


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