Die Story

> DAS DIGITALE TRIPTYCHON hat am 18.08.2020 live stattgefunden.

 

> hier findest du Infos zu den Teilen des DIGITALEN TRIPTYCHONS

 

> gehe zum Nachlesen und Nacherleben hier auf die Hauptplattform des eSCAPES

 

> FAQ


 

Vina Seiss war lange Lehrerin. Volksschullehrerin. Mit ganzem Herzen und mit großem Einsatz. Dabei hat sie erkannt, dass Unterricht keine Einbahnstraße ist, ganz im Gegenteil - oft hatte sie den Eindruck, dass sie am Ende sogar mehr von Kindern lernte als sie ihnen beibringen konnte. Dabei ging es weniger um Wissen, sondern vielmehr um Denken: die Art und Weise wie Kinder denken können hat so viel mehr Qualitäten als die Art und Weise wie Erwachsene ihr Gehirn benutzen. Anfangs konnte sie das gar nicht genau festmachen. Erst später erkannte sie diese Qualitäten genauer. Kinder denken räumlich und Kinder denken vor allem immer im Jetzt, ohne aber den nächsten Moment aus den Augen zu verlieren. Ein immerwährendes Jetzt, so kam ihr das vor. Sie war beeindruckt, vor allem aber, war sie bald nahezu süchtig nach dieser Art und Weise seinen Kopf zu verwenden. Vina war aber auch schmerzlich bewusst, dass ihr diese Art zu denken unerreichbar blieb. Sie war schon viel zu lange viel zu erwachsen, als dass ihr Bewusstsein noch einmal dorthin bringen könnte. Fasziniert blieb sie trotzdem und nach und nach entwickelte sich in ihr der Wunsch dieses Denken anderen zumindest erkennbar machen zu können.

 

Seit nicht ganz zwei Jahren ist Vina nun in Rente, und seitdem geht ihr - selber kinderlos und leider schon länger verwitwet - eines nicht aus dem Kopf: wie könnte man das was sie mit ihren Schülerinnen und Schülern erleben durfte greifbar machen. Wie kann man so etwas ausstellen, ohne gleich in kitschige Kinderzeichnungsästhetik verfallen? Wie könnte ein solches JETZT MUSEUM ausschauen?

 

Immer wenn sie mit dem Denken “ihrer” Kinder in Berührung kam, entstand in ihrem Kopf das Bild von U-Bahn-Plänen. Eher Form als Illustration, Farben zur Orientierung, pure Geometrie. Aber U-Bahn-Pläne waren viel zu linear um auch nur ansatzweise dem Denken in alle Richtungen gerecht werden zu können. Das war ein Rhizom, das war Vina von Anfang an klar. Aber wenn man beides zusammendächte?

 

Vina begann Skizzen anzufertigen: jeder Gedanke ein Quadrat, jeder Gedankensprung dockt dort an wo er herkommt - egal ob er thematisch dorthin gehörte. Vina konnte ganze Nächte an ihrer Karte für das Jetzt Museum sitzen. Aber irgendwann überkam Vina die Angst es nicht mehr zu schaffen. Sie war nicht mehr die Jüngste und … eigentlich war es nicht ihre Art etwas unfertiges aus der Hand zu geben, aber jetzt musste sie sich überwinden. Vielleicht gab es ja jemanden, der damit etwas anfangen konnte, wenn sie nicht mehr da wäre. Aber wo würde es so jemand finden? Ein Nachbar, der ihre Skizzen einmal gesehen hatte meinte damals: “Das schaut richtig pinterestig aus” und deshalb beschloss sie ihre Bilder nach und nach auf der Plattform hochzuladen. Noch bevor sie die Erklärungstexte dafür fertig hatte geschah aber seltsames. Zuerst meldete sich eine Wissenschafterin bei ihr. Dann eine Journalistin. Und dann bekomm sie eine Zusendung: Ein Bild im Stil ihrer Karten - aber es machte keinen Sinn. Es machte für sie auch keinen Sinn, dass alle drei, die sich bei ihr meldeten aus Österreich kamen.

 

Nach ein paar schlaflosen Nächten trat Vina dann die Flucht nach vorne an: sie fragte ganz öffentlich nach Hilfe. Auf Facebook. Sie hatte - als sie herausfinden wollte, wer denn diese Wissenschafterin ist eine Gruppe gefunden die sich mit einem Projekt namens Noogress beschäftigt hat. Und da haben offenbar ganz viele Leute zusammengeholfen um eine Lösung zu finden. Das könnte ja auch der richtige Ort sein um Hilfe zu finden, dachte Vina.

 

Was Vina nicht wusste: die Wissenschaftlerin TJ “TAT” Roll hatte eine Blog zu Vinas JETZT Museum geschrieben, diesen Blog hat die Journalistin Klara Kenntner (auf Facebook als Pen Tito unterwegs) gelesen und diese wiederum fand darin etwas, das ein Stein in einem ganz anderem Puzzle sein konnte.

 

Die Journalistin recherchierte schon lange in der österreichischen Politik. Ihr war der Erfolgslauf des jungen Karrierepolitikers Raphael Knapp mehr als suspekt. Ihr Verdacht war vor allem, dass hinter Knapp ein Netzwerk steckt, dass den telegenen Jungstar steuert. Und auch wenn sie eine konkrete Vorstellung davon hatte, wer aller Teil dieses Netzwerks sein könnte, fand sie keine konkrete Spur. Erst als sie auf einen eher unscheinbaren Parteimanager aufmerksam wurde bemerkte sie, dass auch er irgendein Interesse an den Bildern des Jetzt Museums zu haben scheint. Aber dann verschwindet Vina plötzlich und Pen muss nun alleine versuchen mit den eSCAPER*INNEN die Puzzlsteine des JETZT MUSEUMS zusammenzusetzen.

 

Die Journalistin bemerkte zuerst gar nicht, dass sich auch Knapp zu genau der Zeit auf Facebook an seine Community wendete. Mit seinem TEAM SMART startete er offenbar einen neuen Versuch aus seiner Gefolgschaft geeignete Träger seines Erfolgsgeheimnis zu rekrutieren. Und sein “Erfolgsgeheimnis” hatte es in sich: Knapp hat sich selbst digital verstärkt. Gemeinsam mit einem Parteiveteranen Lukas Silbermann hat er CASH entwickelt. CASH, kurz für cyber authentic service human war eigentlich nur als digitale Verstärkung für sein Gehirn gedacht - wie eine externe Festplatte die einem mittels einem nanochip einoperiert wird. Nach und nach hat sich CASH aber zum eigenen System entwickelt, das das gesamte Verhalten seines Trägers kalibriert und optimiert. Das System wurde so gut, dass Knapp praktisch nichts mehr falsch machen konnte. Als absehbar war, dass Knapps Erfolgslauf ihn eher früher als später ganz nach oben führen würde, haben er und Silberman das System auch Knapps engstem Vertrauten Arnold Närr implementiert. Waren die beiden bereits bisher immer auf einen Wellenlänge, so waren sie wirklich immer aufs engste vernetzt.

 

Von da an gab es kein Limit mehr. Als Knapp endlich an seinem Ziel war und die Regierung übernahm, wollte er auch seinem Kabinett zumindest ein ctrl-Version von CASH implementieren. So war es das einfachste um kontrollieren zu können, dass alle zu Botschaftern seiner Mission werden. Und nun wollte Knapp das Programm ein weiteres Mal ausweiten. Auch an der Basis wollte er solche Botschafter haben - sein TEAM SMART.

 

Diesem Plan standen aber zwei Menschen im Weg: Silbermann und Närr. Närr war zwar loyal wie immer und hatte auch keine ethischen Bedenken, aber Knapp wollte die Kontrolle über die gesamte Gefolgschaft nicht teilen. Da aber Närr Teil der ersten Generation von CASH war, konnte er ihn nicht einfach aus der Steuerungsebene der Gefolgschaft ausschließen und er wagte es auch nicht, ihn um ein Zurücktreten in die zweite Reihe zu bitten. Da kam ihm eine Regierungskrise gerade recht. Unter dem Vorwand eventuell belastendes Wissen an einen sicheren Ort zu verschieben konnte Närr in den Safe Mode versetzt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, ließ Knapp sogar - vermeintlich heimlich - Datenträger von Närr schreddern.

 

Silberman hatte wiederum ganz andere Gründe gegen eine Erweiterung des Systems zu sein. “R, ich schaffe das nicht mehr, das wird mir zu viel”, sagte er Knapp. Dass er dann Knapp vor einigen Tagen auch noch auf die seltsamen Funde im JETZT MUSEUM aufmerksam machte, bestärkte Knapp in seinem Entschluss auch Silbermann aus dem System zu nehmen. Schon seit längerer Zeit hat sich knapp gefragt, ob er wirklich noch jemanden “aus der alten Garde” vertrauen kann… es kam ihm mehr als gelegen, dass er mit Stony einen Berater hatte, der ähnlich skrupellos war wie er und der vor allem alles dem Erfolg an sich unterordnen würde. Stony hatte auch schon den Chip implantiert und alles war vorbereitet zum Transfer, aber Stony bat um einen letzten “freien” Urlaub mit seiner Familie, bevor er für Silbermann übernähme.

 

Knapp war sich so sicher alles bedacht und unter Kontrolle zu haben, dass er anfangs gar nicht bemerkte was mit Arnold Närr los war. Nicht nur, dass ihm im Safe Mode wesentliche Teile seiner Erinnerung fehlten, auch seine angeborenen Fähigkeiten schienen darunter zu leiden. Einmal verrechnete er sich in aller Öffentlichkeit auf das Kapitalste, ein anderes Mal konnte er sich in einem Gespräch mehr als 80 Mal an nichts erinnern. Närr selbst bemerkte Anfangs wenig von seiner Dysfunktionalität, mit der Zeit wurde es ihm aber unheimlich. Dies vor allem, da immer wieder Fetzen seiner Erinnerung auftauchen (der Safe Mode war noch nie getestet worden, sodass niemand bemerkte, dass er unsauber ausgeführt ist). Närr stand vor dem Dilemma, dass er dringend Hilfe brauchte, aber sein engstes Umfeld genau darum nicht bitten konnte. So viel er auch vergessen haben mag, eines wusste er nämlich immer noch ganz genau: wenn man in der Politik schwächen zeigt, ist niemand gnadenloser als die eigenen Leute. Um trotzdem irgendwie Unterstützung zu bekommen wendet er sich in der Anonymität des world wide web an eine Community - vielleicht gibt es da draußen irgendjemanden, der die Fetzen seiner Erinnerung zu einem ganzen zusammenfügen kann.

 

Der erste der das bemerkt ist Silbermann. Er spürt auch, dass an seinem System nach und nach herumgearbeitet wird. Er bemerkt irgendwann, dass er offensichtlich auf seine eigene Admin-Ebene nicht mehr zugreifen kann. Er fürchtet nicht mehr Herr seines Schicksals zu sein - als ob er im wahrsten Sinn des Wortes in seinem eigenen Körper gefangen wäre. Am meisten schockiert ihn, dass er nicht mehr auf den Patch-Log zugreifen kann - hier könnte er nachvollziehen, was gerade passiert. Als er durch die Nachforschungen der Journalistin schließlich auf das JETZT MUSEUM aufmerksam wird entdeckt er dort etwas, was ihn frappierend an etwas erinnert. Aber ein Teil fehlt noch - und deshalb spielt er Vina dieses vermeintlich fehlende Teil zu und ist dazu verdammt zu warten was passiert.

 

Arnold selbst wendet sich ziemlich unbeholfen an “seine” Community. Er ist hin und her gerissen und vor allem total verunsichert. Er bittet zwar alle um Hilfe, kann aber selber wenig mitteilen. Zum einen weil er Angst hat sich zu verraten, zum anderen aber vor allem, da er vieles schlicht nicht mehr genau weiß. Erst als Lukas schließlich Arnolds Facebook-Gruppe entdeckt, hat er eine Idee. Und vor allem hat er etwas, das Arnolds Rettung sein könnte. Aber auch Arnold hat etwas das für Lukas von großem Wert sein könnte - nämlich den Patch Log. Der Safe Mode hat eine Sicherheitslücke durch die man an den Patchlog gelangen kann. Wenn man Arnold das Safeword sagt, extrahiert er automatisch den Letztstand des Logs. Aber wie lautet das Safeword? Die Community trifft sich mit Arnold auf ZOOM und versucht ihm das Richtige Kommando zuzurufen. Arnolds Affinität zu einem Tier bringt die Community letzten Endes auf die Spur, hat doch Arnold unlängst einen Beitrag über Katzen im Parlament geliked. Als endlich jemand aus der Community “SAFEWORD KATZEN” ruft, antwortet Arnold nur mehr “FÜHRE AUS. FÜHRE AUS. FÜHRE AUS” und verlässt Zoom. Kurz darauf postet er den Patch Log in seiner Facebook-Gruppe.

 

Die Systeme laufen auf Hochtouren - und das bemerkt auch Knapp. Er erkennt, dass nur der Transfer zu Stony noch das schlimmste verhindern kann. Aber Stony sitzt auf Mallorca im Urlaub und der Transfer kann nur in Wien finalisiert werden. Er beordert seinen neuen Systemträger unverzüglich nach Wien zu kommen. Als der Knapp mitteilt, dass er mit der nächstmöglichen Verbindung in Wien landen wird weiß Knapp, dass er bis dahin alles tun muss, damit niemand in CASH eingreifen kann.

 

Als Lukas endlich den aktuellen Stand des Patch Logs einsehen kann erkennt er, dass Knapp ihn auslöschen und durch Stony ersetzen will. Dazu müssen sie aber irgendwie auf die Kontrollebene von CASH gelangen - aber auch da funktioniert Lukas’ Passwort nicht mehr. Ihre letzte Chance ist das Passwort von Arnold. Aber der kann sich natürlich nicht mehr erinnern. Nach und nach fällt ihm zumindest die Eselsbrücke ein, mit der er sich das PW immer gemerkt hat:

 

gibt’s nur in dezember

Karl’s November

und mein Tag im Kalender

 

Aber damit noch nicht genug: auch das Plugin von Lukas funktioniert nicht mehr. Das hätte zwar Arnolds Erinnerung wieder zurückgebracht, aber nach den Eingriffen von Knapp und Stony brauchen sie jetzt etwas anderes: ein Plug In, dass Lukas selbst im System absichert. Aber wo soll das herkommen?

 

Dr. Roll, die Wissenschafterin die mit ihrem Blog am Anfang den Stein überhaupt ins Rollen gebracht hat, hat das Geschehen die ganze Zeit mitverfolgt: Und vor allem der Patch Log hat ihr so manche Insider-Info gegeben, die es ihr ermöglicht haben, ein neues Plug In zu erstellen. Sie ist auch bereit es der Community zur Verfügung zu stellen - wenn sie es denn finden. So will sie nämlich Traffic für ihren Blog erzeugen - deshalb findet sich das Plug In dann auch auf der Homepage.

 

Auch wenn die Community jetzt den Code für die Kontrolle-Ebene von CASH und das Plug In haben, kommen sie nicht an ihr Ziel. Einspielen kann das Plug In nämlich nur ein User, der Admin-Rechte hat. Und der einzige User dem man jetzt noch zum Admin machen kann ist Lukas. Aber der kann das nicht selbst - seine Programmierung lässt das nicht zu. Deshalb muss die Community jetzt auch noch in die Admin-Verwaltung gelangen um Lukas wieder zum Admin machen zu können. Und natürlich ist auch die noch einmal passwortgesichert. Wo soll dieses Passwort herkommen?

 

Da erinnert sich Pen Tito, die Journalistin, an ein Foto, dass sie einmal von Knapp mit Stony gemacht hat. Darauf kritzeln Knapp und und Stony auf einem Papier herum an dessen Rand etwas hat auf diesem Foto Notizen in der Hand - und die erinnern Pen nun an die Struktur von Arnolds Passwort. Man kann die Notizen aber nicht ganz entziffern, sodass Pen die Community um das Miträtseln bittet.

 

Als die eSCAPER nun endlich das Passwort entziffert haben, ernennen sie Lukas wieder zum Admin - und er kann endlich das Plug In mit dem kryptischem Namen ff_CASH_newNOO.exe einspielen. Was dann passiert, damit haben die wenigsten gerechnet - Dr. Roll hat sich nämlich bei dem Plug In einiges einfallen lassen:

 

 


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